Bei einem ökumenischen Studientag im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt unter dem Titel „Genug für alle. Die Option für die Armen in der Praxis unserer Pfarrgemeinden“ wurde Mut gemacht zum Handeln an der Basis. Grundsätzlich sei – global gesehen - genug für alle Menschen da, aber nicht bei dem Lebensstil, den wir derzeit im Westen pflegen.
 
Magdalena Holztrattner, die Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs, fasste den Studientag zusammen: „Genug für alle - bedeutet weniger für uns. Die biblischen Texte, allen voran Jesaja fordern, dass die Gottesliebe sich in der Nächstenliebe erweisen muss und dass Liebe politisch werden muss: Nicht mehr betteln, sondern gerechte Strukturen schaffen.“ Die „Option für die Armen" sei der rote Faden des Evangeliums. Sie rief zu einem zukunftsfähigen persönlichen Lebensstil auf, der „ein weniger als mehr" wahrnehme. Das „eigene Genug“ habe eine gesellschaftsfördernde Wirkung. Wichtig sei dabei immer wieder den Alltag zu unterbrechen, sich einmal am Tag zu fragen: "Wofür lebe ich, was will ich von Herzen gerne tun, wofür bin ich dankbar?“ Mit so einer Haltung könne die destruktive Konsumhaltung überwunden werden und Lebensfreude wachsen.

 

Seit 2006 findet im Stift Lilienfeld alljährlich der Ausstellungszyklus „Ferne Nähe“ statt. Intention ist es im Sinne eines „Europas der Regionen“, außerhalb der großen kulturellen Zentren hochkarätige Gegenwartskunst von KünstlerInnen verschiedener Generationen aus Mitteleuropa und dem Donauraum gemeinsam mit niederösterreichischen KünstlerInnen zu präsentieren.

 

Bei der Juristenmesse des Katholischen AkademikerInnenverbandes im Stift Altenburg referierte der Wiener evangelische Kirchenhistoriker Prof. Rudolf Leeb über die Entwicklung des Toleranzgedankens in der abendländischen Gesellschaft. Anlass war das Reformationsjahr, das an 500 Jahre Thesenanschlag am Tor der Wittenberger Schlosskirche erinnert.
 
Prof. Leeb spannte einen weiten Bogen von der Antike, dem Römischen Reich, über das Mittelalter, die Reformation bis ins Heute. Obwohl in der Antike die Gesellschaft recht tolerant gewesen sei – viele Kulte existierten nebeneinander – sei die Anerkennung des Staatskultes von Bedeutung gewesen, da es eine Frage der Loyalität zum Staat bedeutet habe. Als das Christentum zur Staatsreligion avancierte, sei es damit zum Garant für das Wohl des Staates geworden. Häretische Gruppen seien mit der Zeit verschwunden, aber bis zum 11. Jahrhundert habe es keine Hinrichtung von Ketzern gegeben, sondern nur Verbannungen.

Foto: Michael Schwarz, Leo Dirnegger, Lars Müller-Marienburg, Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende des Katholischen AkademikerInnenverbandes, Referent Prof. Rudolf Leeb, Johannes Kranner