Christentum heißt Jesus Christus begegnen

Heuer fiel der Aschermittwoch genau mit dem Valentinstag, einem Tag, an dem viele Menschen aufeinander zugehen und zueinander finden, zusammen. Im Mittelpunkt der Aschermittwochsandacht im NÖ Landhaus stand ebenfalls das Thema „Einander begegnen“ und im Weiteren „Gott begegnen“.


Ausgehend von der Schriftlesung  Joh 1, 35-42, die beschreibt, wie die ersten Jünger Jesus folgen, gab Propst Maximilian Fürnsinn in seiner Predigt einige „Tipps“, um sich in der Fastenzeit das Christsein wieder bewusst zu machen und Gott neu zu begegnen. Diese Begegnung ist etwas Lebendiges und ganz Persönliches, wir werden innerlich berührt, oft mit unserem eigenen Schatten konfrontiert und gleichsam von Gott gefunden. Christus ist das Licht, das alle Bereiche des Lebens erfasst und uns die Wahrheit unseres Lebens aufzeigt.
Eine große Hilfe ist es – so Propst Maximilian -, sich jeden Tag ca. 15 Minuten Zeit zu nehmen, um in Stille mit Gott zu sprechen, ihn in sein Leben hereinzunehmen. Dies können wir mit der Lektüre der Hl. Schrift tun oder im Gespräch mit anderen. Bei jeder Begegnung mit unseren Mitmenschen können wir Gott erkennen.
Wichtig ist auch, Gott in jeder Entscheidungssituation an erste Stelle zu setzen.
Und die wohl wichtigste Aufgabe ist, mit uns selbst die anderen auf Gott hinzuweisen. Andere sollen durch die Begegnung mit uns den Herrn herausspüren.
Wenn wir auf diese Weise auf den Herrn zugehen, wird die Fastenzeit zu einer Chance des Neuanfangs, so können wir von der Christusbegegnung bis Ostern zu einer Christusfreundschaft gelangen und uns den Taufbund mit ihm wieder bewusst machen. Wir erfahren dann „einen Frühling nach dem anderen“, wie es einst der Prior von Taizé ausgedrückt hat.
Nach der Austeilung des Aschenkreuzes stellte Mag. Karin Hintersteiner ein Beispielprojekt der Fastenaktion 2018 vor. Es handelte sich um eine Schule im südindischen Tamilnadu, die erste und einzige Schule im Bundesstaat, in der nach der Konstruktiven Pädagogik unterrichtet wird. Hierbei können die Lernenden ihren Lernprozess selbst steuern, es wird nicht - wie in anderen indischen Schulen - der Stoff rein auswendig gelernt. Die Schule besteht seit 10 Jahren und wird von 500 Kindern besucht.
Sechs Jahre lang hat es in dieser Region jedoch nicht geregnet. Die Landwirtschaft kam praktisch zum Erliegen, und das Trinkwasser wurde knapp. Viele Familien verarmten und können nun das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr bezahlen. Manche Eltern nehmen ihre Kinder aus der Schule und schickten sie zur Arbeit, damit sie etwas Geld verdienen. Die Ernährungssituation der Kinder verschlechterte sich zusehends. Die indische Regierung hat nun zugesagt, die Schule in ein Programm aufzunehmen, bei dem alle Kinder mit Mittagessen versorgt werden. Voraussetzung ist, dass die Schule über eine Küche, Lagerräume und einen Speisesaal verfügt. Die Fastenaktion finanziert den Bau der Küche und den Kauf einiger Schulmöbel. Mit dieser Aktion kann der Schulbesuch von 500 Kindern und ihre Versorgung mit einer warmen Mahlzeit täglich gesichert werden.
Dieses Beispielprojekt zeigt, dass die Spendengelder der Fastenaktion ganz konkreten Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe zugutekommen.
Die 175.000 Fastenwürfel, die heuer in unseren Pfarren verteilt werden, geben uns die Möglichkeit, uns an dieser Hilfsaktion zu beteiligen.
Gemeinsam mit ca. 110 Besucherinnen und Besuchern beging diesmal auch die Abgeordnete zum NÖ Landtag Doris Schmidl in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner diese Besinnungsstunde und erfreute sich wie diese an der musikalischen Gestaltung durch das Hornquartett der Musikschule St. Pölten: Mag. Peter Lengyelvari, Konstantin Bernhard, Alexander Waldbauer, Rita Schrabauer . An der Orgel zeigte Dr. Angelika Beroun-Linhart ihr Können.