Ökumene | Kath. AkademikerInnenverband der Diözese St. Pölten
 

 
 
 

Ökumene

 

Von 18. bis 25. Jänner findet die "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" statt. Während der Gebetswoche kommen weltweit sowie in der Diözese St. Pölten Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Vertreter der im Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West vertretenen Kirchen feierten in der evangelischen Kirche St. Pölten.

Das Evangelium legte der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Catalin-Florin Soare. Er erinnerte daran, dass vor 50 Jahren erstmals ein orthodoxer Patriarch nach Österreich und nach Niederösterreich kam. Außerdem sei das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ein wichtiges Jubiläum. „Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke“ (vgl. Ex 15, 6) ist das Motto heuer. Die Materialien zur Gebetswoche wurden in diesem Jahr von den Kirchen in der Karibik vorbereitet. In der Geschichte des Christentums in dieser Region gibt es ein Paradox: Einerseits missbrauchten die Kolonialmächte die Bibel, um die Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung sowie der vielen Sklaven aus Afrika, Indien und China zu rechtfertigen. Andererseits wurde die Bibel für viele, die unter der Kolonialherrschaft zu leiden hatten, zur Quelle des Trostes und der Befreiung. Die Bibel ermutigt bis heute die Gläubigen in der Karibik, für Menschenwürde und bessere Lebensbedingungen zu kämpfen.

 

Herzliche Einladung zum Ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 21. Jänner um 18.30 Uhr in der Evangelischen Kirche St. Pölten (Heßstraße 20).

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Bei einem ökumenischen Studientag im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt unter dem Titel „Genug für alle. Die Option für die Armen in der Praxis unserer Pfarrgemeinden“ wurde Mut gemacht zum Handeln an der Basis. Grundsätzlich sei – global gesehen - genug für alle Menschen da, aber nicht bei dem Lebensstil, den wir derzeit im Westen pflegen.
 
Magdalena Holztrattner, die Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs, fasste den Studientag zusammen: „Genug für alle - bedeutet weniger für uns. Die biblischen Texte, allen voran Jesaja fordern, dass die Gottesliebe sich in der Nächstenliebe erweisen muss und dass Liebe politisch werden muss: Nicht mehr betteln, sondern gerechte Strukturen schaffen.“ Die „Option für die Armen" sei der rote Faden des Evangeliums. Sie rief zu einem zukunftsfähigen persönlichen Lebensstil auf, der „ein weniger als mehr" wahrnehme. Das „eigene Genug“ habe eine gesellschaftsfördernde Wirkung. Wichtig sei dabei immer wieder den Alltag zu unterbrechen, sich einmal am Tag zu fragen: "Wofür lebe ich, was will ich von Herzen gerne tun, wofür bin ich dankbar?“ Mit so einer Haltung könne die destruktive Konsumhaltung überwunden werden und Lebensfreude wachsen.

 

Viele Gläubige - auch aus der evangelischen Pfarre in St. Pölten -  waren der Einladung des Dorferneuerungsvereines "Zusammenhalten-Dorf gestalten" nach Großrust gefolgt, um am mittlerweile schon 17. ökumenischen Abendgebet teilzunehmen.

 

Bei der Juristenmesse des Katholischen AkademikerInnenverbandes im Stift Altenburg referierte der Wiener evangelische Kirchenhistoriker Prof. Rudolf Leeb über die Entwicklung des Toleranzgedankens in der abendländischen Gesellschaft. Anlass war das Reformationsjahr, das an 500 Jahre Thesenanschlag am Tor der Wittenberger Schlosskirche erinnert.
 
Prof. Leeb spannte einen weiten Bogen von der Antike, dem Römischen Reich, über das Mittelalter, die Reformation bis ins Heute. Obwohl in der Antike die Gesellschaft recht tolerant gewesen sei – viele Kulte existierten nebeneinander – sei die Anerkennung des Staatskultes von Bedeutung gewesen, da es eine Frage der Loyalität zum Staat bedeutet habe. Als das Christentum zur Staatsreligion avancierte, sei es damit zum Garant für das Wohl des Staates geworden. Häretische Gruppen seien mit der Zeit verschwunden, aber bis zum 11. Jahrhundert habe es keine Hinrichtung von Ketzern gegeben, sondern nur Verbannungen.

Foto: Michael Schwarz, Leo Dirnegger, Lars Müller-Marienburg, Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende des Katholischen AkademikerInnenverbandes, Referent Prof. Rudolf Leeb, Johannes Kranner
 

Die Weltgebetswoche zur Einheit der Christen steht heuer im Zeichen von 500 Jahren Reformation. Höhepunkt in Niederösterreich dazu war der Gottesdienst in der St. Pöltner Leopoldkapelle im Landhaus, das Motto lautete: „Versöhnung – die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14-20). Dabei wurde Positives angesprochen: Mit der Reformation sei die Bibel wieder verstärkt ins Licht gerückt, aber man erinnerte auch an Negatives, etwa die Verfolgung von Andersgläubigen. Aufgabe der Ökumene sei es jetzt, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Die Predigt hielt der neue Superintendent Lars Müller-Marienburg, der kürzlich zum Vorsitzenden des Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West gewählt wurde.

Foto: Prof. Josef Kreiml, Römisch-katholische Kirche, Pastor Lothar Pöll, Evangelisch-methodistische Kirche, Diakon Prof. Johann Krammer, Russisch-orthodoxe Kirche, Pfarrer Catalin Florin Soare, Rumänisch-orhtodoxe Kirche, Pfarrer Dragan Eric, Serbisch-orthodoxe Kirche, Superintendent Lars Müller-Marienburg, Evangelische Kirche, Vorsitzender des Ökum. AK NÖ-West, Gisela Malekpour, Evangelische Kirche, Ordinariatskanzler Gottfried Auer, Römisch-katholische Kirche, Pfarrer Walter Baer, Altkatholische Kirche
 

Am „Tag des Judentums“, den alle christlichen Kirchen in Österreich am 17. Jänner begehen, lädt die Diözese St. Pölten um 19 Uhr zu einem Abend mit Shmuel Barzilai, Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in das Bildungshaus St. Hippolyt. Die Veranstaltung „Musik im Judentum und im Jüdischen Gottesdienst“ ist ist eine Mischung aus Vortrag über die Musik im Jüdischen Gottesdienst und Musikbeiträgen von Oberkantor Barzilai, unterstützt vom Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten, ein Abend mit alter und moderner Musik.

Oberkantor Mag. Shmuel Barzilai
 

Hohe Vertreter der christlichen Kirchen Niederösterreichs betonten bei einem ökumenischen Studientag in St. Pölten die guten Beziehungen der Konfessionen. Ökumene sei ein „Friedensprojekt“ hieß es. Beim Studientag gab es bereits eine Vorschau auf das Reformationsjahr im kommenden Jahr, bei dem des Thesenanschlags Martin Luthers vor 500 Jahren erinnert wird. Der christliche Glaube sei verbunden mit der Verantwortung für die Mitmenschen, vor allem die, die am Rand der Gesellschaft stehen und unsere Hilfe brauchen.
 

 

„Die Kirchen verbindet viel mehr als uns trennt“, sagte der katholische Vertreter und Ordinariatskanzler Gottfried Auer beim Gottesdienst in der St. Pöltner Landhauskapelle anlässlich der „Weltgebetswoche zur Einheit der Christinnen und Christen“. Er erinnerte dabei an den Glauben an Jesus Christus, die Bibel als gemeinsame Grundlage, die Taufe, viele Gebete oder alte Glaubensbekenntnisse. Ein Aspekt sei den Initiatoren der Weltgebetswoche besonders wichtig: Wir alle sind „berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden.“ (1 Petrus 2,9). Dieses Motto sowie die liturgischen Texte wurden von den Christen aus Lettland vorbereitet.

 

St. Pölten, 09.11.2015 (dsp) Vertreter der katholischen, der orthodoxen und der protestantischen Kirchen gedachten bei einem Ökumenischen Studientag in St. Pölten des im August verstorbenen niederösterreichischen evangelischen Superintendenten Paul Weiland. Der evangelische Geistliche war noch stark in die Vorbereitung der Veranstaltung „Kirchen, Christen und die Bibel“ involviert. Organisator Axel Isenbart von der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten berichtet: „Ihm war die Heilige Schrift ein großes Anliegen. Er wollte, dass die Menschen die Bibel lesen statt als Prachtband ungelesen verstauben zu lassen.“ Bei allen Unterschieden der Kirchen in den Details, aber die Bibel sei das Fundament aller und sei ein echtes „Lebensbuch“.

Foto: Vertreter der christlichen Kirchen erinnerten an den im August verstorbenen NÖ-Superintendenten Paul Weiland und zeigen ihre bereits liebevoll gehaltenen und viel gelesenen persönlichen Bibel-Exemplare.

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