Diözese St. Pölten feiert am 19. Jänner „Tag des Judentums“

Seit dem Jahr 2000 feiern alle Kirchen in Österreich im Jänner jeweils am Tag vor der weltweit begangenen "Gebetswoche für die Einheit der Christinnen und Christen" den "Tag des Judentums". Das Datum ist bewusst gewählt. Vor aller Verschiedenheit der Kirchen steht das allen gemeinsame Fundament: die Verwurzelung im Judentum. Dies soll an diesem Tag ins Bewusstsein gerufen werden. Heuer gibt es dazu am Montag, 19. Jänner um 19 Uhr einen Festakt im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt.

Heute gehe es in den Kirchen um die Anerkennung und Wertschätzung des Judentums, so Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten. Und Haiderer verweist auf die jüdischen Wurzeln des Christentums. Beim Festakt werde thematisiert, was Christen von Juden wissen sollten.

Nach einem Beitrag von Josef Pichler "Jesus als Wanderlehrer" stellt Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister im Gespräch mit Markus Himmelbauer zentrale Themen der jüdischen Religion und jüdischer Identität aus erster Hand dar: Grundzüge der Wirklichkeit der Juden nach ihrem eignenen Verständnis

Foto: Dr. Hans Morgenstern (Jahrgang 1937), einer der beiden letzten jüdischen Bürger St. Pölten, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten und seine Frau Sandra in der ehemaligen St. Pöltner Synagoge. Morgenstern zeigt auf die 10 Gebote, die sowohl Juden als auch Christen heilig sind. Vor dem „Anschluss“ 1938 lebten im Raum St. Pölten 500 Menschen mit jüdischen Wurzeln, davon allein in St. Pölten 400. Etwa zwei Drittel - so Morgenstern - konnten rechtzeitig emigrieren, die anderen wurden in den Konzentrationslagern umgebracht. Auch seine Familie konnte fliehen und kehrte 1947 nach St. Pölten zurück.