Tag des Judentums: „Das liberale Judentum“

Zum „Tag des Judentums“ am 17. Jänner gibt es am Montag darauf, am 18. Jänner, um 19 Uhr einen Vortrag mit Podiumsgespräch zum Thema „Das liberale Judentum“ im Bildunghshaus St. Hippolyt. Referent ist Theodor Much, Gründungsmitglied und Präsident der liberalen jüdischen Gemeinde Or Chadasch. 
 
Theodor Much skizziert in seinem Vortrag die Anliegen des liberalen Judentums wie auch seine Vielfalt. Er gibt Einblick in die Unterschiede zur Orthodoxie und steht als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung.
Much wurde 1942 in Tel Aviv geboren. Er absolvierte das Medizinstudium in Wien und machte seine Facharztausbildung zum Dermatologen in Zürich. Seit 1977 lebt er in Wien. Bis zu seiner Pensionierung war er Primarius der Hautambulanz im Hanusch-Krankenhaus in Wien und hatte eine Facharzt-Praxis in Baden. In Zürich lernte er das progressive Judentum kennen und schätzen und wurde in Wien Gründungsmitglied sowie Präsident der liberalen jüdischen Gemeinde Or Chadasch.

Verantsalter des Abends sind das Diözesankomitee Weltreligionen, die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten, die Kirchlich Pädagogische Hochschule Wien/Krems, der Katholische Akademiker/innenverband und das Bildungshaus St. Hippolyt. Die Veranstaltung moderiert Hofrat Johann Bruckner vom Diözesankomitee Weltreligionen.

Seit 2000 Gedenktag im Kirchenjahr

Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den „Tag des Judentums“. Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden; damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den „17. Jänner – Tag des Judentums“ als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken.

Die Initiative zum „Tag des Judentums“ geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum für den Tag des Judentums ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weiter tragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.