Jubiläum im Zeichen der Frauen

Bereits zum 30. Mal fand am 28. September 2019 die NÖ Juristenmesse statt. Diesmal war die vom Kath. AkademikerInnenverband gemeinsam mit der Nö. Rechtsanwalts- und der Notariatskammer sowie der NÖ Juristischen Gesellschaft und der RichterInnen-Vereinigung organisierte Veranstaltung zu Gast in Langenlois.


Nach einer interessanten Stadtführung durch Mag Johann Ennser wurde in der Stadtpfarrkirche Langenlois gemeinsam Gottesdienst gefeiert, zelebriert von H. Mag. Mauritius Lenz CanReg, dem Geistlichen Assistenten des Katholischen AkademikerInnenverbandes – KAV – Kirche aus Verantwortung.  Bereits hier wies schon alles auf das Thema „Frauen“ hin: Das „Triosonett“ bestehend aus drei Damen, begleiteten mit ihrer Organistin die Messe musikalisch, Lesung und Fürbitten wurden ebenfalls ausschließlich von Teilnehmerinnen vorgetragen. – Denn thematisch stand die hochkarätig besuchte Veranstaltung diesmal unter dem Schwerpunkt „100 Jahre Frauenwahlrecht“: Im Februar 1919 kam in der Ersten Republik zum ersten Mal das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht zur Anwendung, das zum ersten Mal auch alle Frauen des neuen Staates einschloss.
Als Referentin für den Festvortrag konnte Frau Prof. Dr. Elisabeth Vavra gewonnen werden, eine ausgewiesene Expertin für Frauengeschichte und die Entwicklung des Wahlrechts. Sie skizzierte in ihren Ausführungen die Entwicklung der Frauenrechte im allgemeinen und des Wahlrechts für Frauen im speziellen von der Französischen Revolution über das Zensuswahlrecht der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, bei dem zumindest einige Großgrundbesitzerinnen wahlberechtigt waren, hin zur Ausschließung aller Frauen von den Stimmurnen durch das Wahlrecht für alle Männer der Habsburgermonarchie im Jahr 1907. Mit zahlreichen Querverweisen, Hintergrundinformation und Anekdoten gelang es ihr, die Zuhörerschaft in den Bann zu ziehen. So war etwa zu erfahren, dass bis weit in die Zweite Republik hinein die Wahlkuverts je nach Geschlecht zwei unterschiedliche Farben aufwiesen, um das Stimmverhalten der beiden Geschlechter erfassen zu können. Als in der Zweiten Republik auch sukzessive immer mehr Frauen in das politische Geschehen involviert waren, wurde ihnen seitens der dominierenden Männer meist geschlechterspezifische Aufgaben zugedacht, wie die Ressorts Soziales und Familie. Erst mit der ersten Frau „Landeshauptmann“ Waltraud Klasnic in der Steiermark oder Benita Ferrero-Waldner als Aussenministerin gelangten Frauen nun gegen Ende des 20. Jahrhunderts endlich auch in die höchsten politischen Ämter. Darauf wies auch Frau Bundesrätin Prof. Mag. Dr. Doris Berger-Grabner hin, die die Grußworte von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner überbrachte.
Die angeregte Diskussion im Anschluss an den Vortrag wurde bei einem gemeinsamen Abendessen im Langenloiser Hof noch weitergeführt.

 
Fotogalerie >>