Exkursion nach Stratzing und Gneixendorf

Ein herrlicher warmer Spätsommertag hat viele von uns nach Stratzing gelockt, wo uns die „Finderin“ der ältesten steinernen Frauenstatue der Welt, Univ. Doz. Dr. Christine Neugebauer-Maresch am Beginn des Eiszeitwanderweges erwartete und uns vor einer imposanten Lösswand die Arbeitsweise der ArchäologInnen erklärte.

Dann ging es über mehrere Stationen zum Fundplatz dieses in mehrere Fragmente zerbrochenen, über 30.000 Jahre alten Artefakts und es war sehr spannend, zu erfahren, wieviel Wissen, aber auch wieviel Glück es bedurft hatte, diese altsteinzeitlichen Figur-Teile zu erkennen und zu bergen. Ein herrlicher Ausblick bot sich vom der Fundstelle übers Donautal.
Danach machten wir auf unserer Zeitreise einen gewaltigen Sprung und begaben uns zur spirituellen Einkehr nach Gneixendorf in die dortige Ortskirche. Unser Geistlicher Assistent H. Mag. Mauritius hatte in der Auswahl der Texte und Lieder wirklich sehr einfühlsam auf Ludwig van Beethoven, dessen letzten Wohnort in Niederösterreich wir ja dann im Anschluss besuchten, Bezug genommen - so wurde auch das Heiligenstädter Testament verlesen. Beethovens Bruder Johann war der Eigentümer des Gneixendorfer Schlosses Wasserhof, wo Ludwig und sein Neffe Karl den Herbst verbrachten. Aufgrund eines Streites wollte der Komponist nach einigen Tagen abreisen, wurde jedoch vom damaligen Eigentümer des benachbarten, sog. Trautingerhofes eingeladen, dort Quartier zu nehmen, was dieser gern annahm und tatsächlich bis Ende November blieb. Von dort reiste Beethoven dann nach Wien und zog sich bei der Fahrt im offenen Wagen eine Lungenentzündung zu, die letztlich zu seinem Tod in folgenden Jahr führte.
- Im idyllischen Garten dieses im Kern aus dem 14. Jh. stammenden, mehrfach umgebauten Anwesens empfing uns der Eigentümer Martin Gettinger.
Raphaela Judith Beroun, BA brachte uns hier sehr lebendig die familiären Verstrickungen und Episoden von diesem letzten Landaufenthalt 1826 samt Gehörbeispielen aus dem letzten, dort entstandenen Streichquartett op.135 und den Schlusssatz des Streichquartetts op. 130 nahe.

Herr Gettinger berichtete über die sehr abwechslungsreiche Geschichte dieses mächtigen, auch als Kneifelhaus bezeichneten Gebäudes und führte uns, auf mehrere Gruppen aufgeteilt, in den ersten Stock, wo sich die von Beethoven bewohnten Zimmer - noch mit der original erhaltenen Wandmalerei und dem Holzfußboden - befanden.
Den kulinarischen Ausklang fand diese Exkursion in die Steinzeit und ins Biedermeier im Hier und Jetzt - im WEINerLEBEN des Ehepaars Andrea und Leonhard Czipin in Stratzing. Frau Dr. Neugebauer-Maresch präsentierte uns hier einige ausgezeichnete Repliken sowohl von der „Fanny“ als auch der jüngeren „Venus von Willendorf“  u. a.
In der Abendsonne auf der Terrasse haben wir mit herrlichem Ausblick die Weine und das Heurigenbuffet dann noch sehr genossen.
Unserem Vorstandsmitglied Mag. Josef Kirchner sei für die Organisation dieser sehr interessanten Exkursion herzlich gedankt!

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