„Himmlische Seelen - knöcherne Juwelen“ – Ausstellung im Museum am Dom

Zugegeben, die Aussicht auf knöcherne Juwelen ließ einen lebensbejahenderen Einstieg beim Marktstandl des Geroldinger Bräus am Domplatz angeraten sein, doch die heurige Ausstellung im Museum am Dom, Ziel unserer Exkursion am 25. September, bot neue und spannende Perspektiven sowohl in künstlerische sowie religionsgeschichtliche, spirituelle und kunsthandwerkliche Dimensionen einer religiösen Betrachtung und Verehrung von Reliquien.

Museumsdirektorin und Diözesankonservatorin MMag. Barbara Taubinger empfing uns im neugestalteten, barrierefreien Eingang, der sehr ansprechend gelungen ist.
Als Vertreterin des Bürgermeisters der Landeshauptstadt war Frau Gemeinderätin Mirsada Zupani gekommen.

Ausgehend von der Reliquienbüste des hl. Hippolyt brachte uns Frau Taubinger die verschiedenen Reliquientypen nahe. Sehr prächtig waren die beiden thronenden Heiligenskelette aus Hall in Tirol – Eusebius wurde gerade von Textilrestauratorin Mag. Elisabeth Macho-Biegler coram publico „bearbeitet“.
Auch die hl. Corona durfte in Zeiten wie diesen nicht fehlen – vertreten durch ein wunderbares Gemälde von Guido Reni und ein passend dekoriertes Reliquiar.
Interessant waren auch die Videos zu den Restaurierungsarbeiten sowie der Sprung zur heutigen Reliquienrezeption in Form von sehr vielfältigen Schüler*innenarbeiten.

Insgesamt konnte diese Ausstellung, abgesehen von den kunsthistorischen Besonderheiten, eine neue Sicht auf ein in unserer Zeit ein Nischendasein führendes Glaubensgut bieten, die auch zur Reflexion über das, was uns heutzutage als bedeutsam und aufhebenswert „Zurückgelassenes“ erscheint, einlud.